Nordfriesland

Landschaft und Besiedlung

Nordfriesland (plattdeutsch: Noordfreesland, dänisch: Nordfrisland, friesisch: Nordfraschlönj/Nordfriislon/Nuurdfriisklun) liegt im Nordwesten Schleswig-Holsteins und reicht im Norden bis an die dänische Grenze heran. Begrenzt wird Nordfriesland im Westen von der Nordseeküste, im Osten teilweise vom Fluss Treene und im Süden vom Fluss Eider.

Die Region Nordfriesland wurde seit ihrer Besiedlung von der Nordsee geprägt und ist gekennzeichnet durch einen ständigen Kampf um Land: die Küstenlinie befindet sich in stetiger Bewegung. So waren die nordfriesischen Inseln und Halligen ursprünglich allesamt Teil des Festlands. Die See zerstörte Land und verwandelte es in Watt, meist mit katastrophalen Folgen für die Bewohner. Die Menschen versuchten sich und ihr Land durch Warften und Deichbau zu schützen und seit dem 14. Jahrhundert, nach der zweiten Marcellusflut, wird gezielt Land gewonnen. Man baute so genannte Köge. Ein Koog ist durch Deichbau und Entwässerung aus der See gewonnenes, sehr flaches Marschland.

Pellworm und Nordstrand sind die Reste der alten Insel Strand, die während zweier Sturmfluten 1362 und 1634 erst teilweise zerstört und dann entzweigerissen wurde. Die Festlandsküste besteht aber aus 171 Kögen: sowohl Eiderstedt als auch Dagebüll, die Wiedingharde etc. waren bis in die Frühe Neuzeit hinein Inseln bzw. Halligen, die erst durch menschliche Einwirkungen zu Festland wurden.

Die Besonderheit der nordfriesischen Landschaft liegt in ihren Landschaftsformen begründet: der Marsch und der Geest, Landschaftsformen, die vor allem im Norden Deutschlands auftreten. Die Geest leitet sich vom friesischen Wort "Güst" ab, was soviel wie "unfruchtbar" bedeutet.Die Geest ist ein Überbleibsel eiszeitlicher Ablagerungen. Im Gegensatz dazu ist die Marsch marinen Ursprungs: Geologisch gesehen ist sie eine sehr junge Landschaft, welche vor durchschnittlich 6000 Jahren entstanden ist. Durch den Meeresspiegelanstieg nach der letzten Eiszeit kam es zu einer Überflutung der Nordsee, die bis zum heutigen Geestrand reichte. Bei weiterem Meeresspiegelanstieg wurden Schlick, Tier- und Pflanzenreste vom Meer herantransportiert und abgelagert. Anschließend sank der Meeresspiegel wieder ab und gab die entstandene fruchtbare Marsch und das Wattenmeer frei.

Im 13. Jahrhundert war Nordfriesland ein vergleichsweise reiches Land. Die Friesen betrieben Deichbau und Landwirtschaft. Wirtschaftlich wichtigstes Gut war aber Salz, das durch Torfverbrennung in den Utlanden gewonnen wurde. So regelte bereits das Schleswiger Stadtrecht von 1150 den Einfuhrzoll auf Salz aus den Uthlanden.

Die Friesen sind ein germanischer Volksstamm, der sich noch heute durch seine eigene Sprache definiert und zu den vier anerkannten ethnischen Minderheiten in Deutschland gehört. Die Geschichte der Friesen ist sehr interessant und so ist den Nordfrieslandbesuchern eine kurze Beschäftigung mit der Vergangenheit des friesischen Festlandes und den Uthlande empfohlen.

Eine bedeutsame Einwanderungswelle aus den Niederlanden erfolgte in der Zeit zwischen der Reformation und dem Ende des Dreißigjährigen Krieges. Die Niederländer brachten eine Vielzahl von technischen Innovationen mit sich. Sie revolutionierten geradezu Deichbau und Entwässerung und machten so weite Landstriche erst wieder bewohn- und landwirtschaftlich nutzbar. Der Haustyp des Haubargs und die Holländermühlen stammen ursprünglich aus den Niederlanden. Ebenfalls mit den Niederländern kamen die Grundlagen aller modernen Seedeiche: die Böschungen wurden wesentlich flacher und boten so besseren Schutz gegen Deichbruch. Die Unterkante wurde durch Stroh gesichert und nicht mehr durch Holz. (Quellen: Wikipedia)